• Weltberühmt
    Außen Lübecks Wahrzeichen, innen Museum.
  • Fliegende Schiffe
    Schiffsmodelle erinnern an die Handelswege der Hansezeit.
  • Lübeck in Miniaturgröße
    Das Lübecker Stadtmodell gibt´s nur im Museum.
  • Kanonen
    Sie beschützten die Stadt vor Eindringlingen.
  • Die Folterbank
    Beeindruckend gruselige Rechtsinstrumente.

Das Museum Holstentor

Das stolze Symbol der Geschichte Lübecks als reichsfreier Stadt und ihrer Vormachtstellung im Ostseeraum.

Neben dem Brandenburger Tor, dem Kölner Dom und der Münchener Liebfrauenkirche gibt es wohl kaum ein anderes deutsches Bauwerk, das sich weltweit einer derartigen Popularität erfreut, wie das Lübecker Holstentor. Es ist das stolze Symbol der Geschichte Lübecks als reichsfreier Stadt und ihrer Vormachtstellung im Oststeeraum - und ein Inbegriff aller Vorstellungen von Hanse, Handel, Macht und Reichtum, mithin von allem, was die historische Bedeutung Lübecks ausmacht. Im Inneren des Baudenkmals, dem Museum Holstentor, geht es unter anderem um diese Themen. Hinter bis zu 3,50 Meter dicken Mauern befindet sich die Ausstellung „Die Macht des Handels", denn auf dem Handel, dem Erfolg des Lübecker Kaufmanns gründete die Bedeutung der mittelalterlichen Stadt.

Über dem Durchfahrtsbogen befindet sich die vergoldete Inschrift CONCORDIA DOMI FORIS PAX (Drinnen Eintracht Draußen Frieden), die in leicht veränderter Form erst 1843 vom ehemaligen Vortor hier angebracht wurde. Der Charakter des gotischen Baus ist gegenüber der Feldseite grundlegend geändert. Sie ist überaus reich gegliedert und wirkt durch die horizontal geschichteten Blendenfolgen leichter als die Feldseite. Über der Durchfahrt ist die Widmungsinschrift zu lesen: 1477 S.P.Q.L. 1871, die erst anlässlich der Vollendung der Restaurierungsarbeiten im Jahre 1871 angebracht wurde. Auf diese Weise ist die Fertigstellung des Tores mit den Abschlussarbeiten und der Reichsgründung (1871) verbunden. Damit wurde das Bauwerk zugleich zu einem deutschen Denkmal aufgewertet.

Insgesamt ist die Stadtseite, deren Mauern wesentlich dünner sind, als die der Feldseite, künstlerisch stärker durchgebildet, als die der Verteidigung dienende Seite. Jedem Besucher des heutigen Holstentors fällt die starke Neigung und das Einsinken seines Südturms auf. Die Ursache hierfür liegt in den Fundamentierungsarbeiten im 15. Jahrhundert. Die Türme stehen als Pfahlbauten auf morastigem Boden. Da nur die Türme isoliert auf einem solchen „Schwellrost" stehen, der schwere Mitteltrakt aber keine solche Unterlagen besitzt, sackten die Türme ungleichmäßig in den Untergrund ein und neigten sich wegen des kolossalen Drucks des Mittelbaus einander zu. Erst 1933/34 konnte diese Bewegung gestoppt werden. 

Der heutige Eindruck des Holstentors ist in vielem ein Ergebnis der im 19. und 20. Jahrhundert vorgenommenen Restaurierungen. 1863, als man mit diesen Maßnahmen erstmals begann, bot das Tor einen ruinösen Anblick. Schließlich, nach einer zehn Jahre dauernden Abrissdiskussion, beschloss die Bürgerschaft am 15. Juni 1863 mit 42:41 Stimmen, also mit nur einer Stimme Mehrheit, das Tor zu erhalten. Im gleichen Jahr begann man mit den Restaurierungsarbeiten. Die letzten dieser Art an dem mehr als fünfhundert Jahre alten Gebäude erfolgten von 2004-2006. Hierbei wurden die Schieferdächer, die Terrakottafriese und Teile des Mauerwerks erneuert, so dass das alte Tor heute in neuem Glanz erscheint.

Galerie

Das Stadttor im Gegenlicht
Salzspeicher nebenan
Die Schönheit des Bauwerks
Im Inneren des Turms

Die Macht des Handels

Die 2003 neu konzipierte Ausstellung im Innern zeigt zum Thema „Die Macht des Handels" sieben interessante Themenräume, bei denen verschiedene Installationen das aktive Handeln des Besuchers erfordern und interessante Entdeckungen parat halten:
Der erste Raum befasst sich mit dem europaweiten Außenhandel zur Zeit der Hanse, gefolgt von einer Darstellung des lokalen Handels innerhalb der Hansestadt.

Das alte Lübecker Stadtmodell präsentiert den Prototypen einer ausschließlich aus Backsteinen errichteten Hansestadt, der zum Vorbild vieler anderer Städte des Ostseeraums wurde.

Die Geschichte des Holstentors und seine Einbindung in eine gewaltige Verteidigungsanlage sowie die Entwicklung dieses Gebäudes von einem Wahr- zu einem Warenzeichen ist das nächste Thema dieses Rundgangs. Anhand von spätmittelalterlichen Folterinstrumenten wie einer Streckbank, einem Brenneisen, einem Richtstuhl und einem Spanischen Mantel werden im letzten Raum historische Rechtsinstrumente präsentiert, die damals für die „peinliche (= schmerzhafte) Befragung" zur Verfügung standen.